Kein Zuckerschlecken am Zuckerhütl in Tirol

Skitouren im Frühjahr sind sehr lohnenswert, die Tage werden länger, die Lawinengefahr ist niedriger und die Temperaturen sind höher. Geplant war die Skitour zum Zuckerhütl kein bisschen.

Als Markus und ich dabei waren, nach unzähligen schönen Abfahrten eine Rast an der Schaufelspitze einzulegen, wurde ich von einem Deutschen Skitouristen auf das Zuckerhütl angesprochen.

Zuckerhütl, morgen? Klar!

Ralf hat für den folgenden Tag eine Skitour zu diesem Berg geplant und würde noch einen Partner brauchen. Da habe ich nicht lange überlegt und die Gelegenheit ergriffen, den höchsten Berge der Stubaier Alpen zu besteigen. Wetter, Schnee, Partner, einfach alles hat gestimmt, eine Konstellation wie diese ergibt sich nicht einfach so schnell wieder.

Zuckerhütl

Zuckerhütl

Am nächsten Morgen ging es zeitig los, wir haben eine der ersten Gondeln zur Schaufelspitze hinauf genommen und fingen unsere Skitour gleich auf 3.333m an.

Perfekte Bedingungen, es kann los gehen!

Zuerst ging es ca. 400 hm den Gaisskarferner in einen Sattel hinab, anfangs die Skipiste und dann den Schlepplift querend. Im Sattel angekommen ging es zunächst steil den Pfaffenferner hoch. Hier muss man rechts einen Bogen um die Wand machen.

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Am Pfaffenferner angekommen ist es nahezu unmöglich sich zu verlaufen. Bei gutem Wetter hat man am Pfaffenjoch einen guten Rastplatz, wo sich einem eine grandiose Aussicht auf das Stubaital und die Zillertaler Berge, bietet.

Grandiose Aussicht auf 3 Riesen und Tirol

Nun dauerte es nicht mehr lange bis man das Zuckerhütl mit seiner eisigen Nordwand sehen konnte.

Die Aussicht an dieser Stelle gehört zu einer der schönsten in den Alpen.

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Bei der Aufstiegsrinne angekommen, haben wir schnell gemerkt, dass wir Glück mit dem Schnee haben, dieser war weder zu hart noch zu weich. Die Rinne ist ganz schön Steil, auf die Steigeisen und Eispickel hätten wir nur ungern verzichtet.

Ein Seil, welches etwas abenteuerlich befestigt war, hat uns hier gut unterstützen können.

Am Gipfel bei 3.507m angekommen bot sich eine überwältigende Aussicht, keine einzige Wolke am Himmel, kein Wind, nur Sonnenschein und blauer Himmel, es war der perfekte Tag.

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Das Zuckerhütl wird im Winter und Frühjahr von Skitourengehern, dank den Liftanlagen, überrannt. Da es nach einiger Zeit auf dem Gipfel sehr eng wurde, sind wir abgestiegen, dabei kam mir die Rinne noch steiler vor.

Wilder Pfaff als Draufgabe

Wir haben noch genug Kraft gehabt um den Gipfel des Wilden Pfaffs auf 3.456m dran zu hängen. Hier habe ich dann auch gespürt wie die Kraft nachlässt, die Aussicht hat wieder einmal entlohnt. Von oben konnten wir die Abfahrtsspuren über den Sulzenauferner sehr gut sehen.

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Wir waren uns da nicht ganz sicher ob es eine gute Idee ist über den Gletscher bis ins Tal abzufahren, einen großen Reiz hat es ja schon.

Risikoabwegung bei der Gletscherabfahrt

Nach einer kurzen Bedenkzeit haben wir uns entschieden die Abfahrt zu bewältigen. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut, eine absolut gewaltige Abfahrt mit mehr als 2.000hm über die Sulzenauerhütte, war die Krönung dieses Tages.

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Die Abfahrt bis zur Sulzenauerhütte war Traumhaft, der Schnee war weich, es ging vorbei an unzähligen Gletscherspalten, Schatten- und Lichtspielen durch pittoreske Berglandschaften.

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Eine mentale und physische Herausforderung am Ende

Ab der Hütte wurde es anspruchsvoll und steil, die Abfahrt wurde zu einer Herausforderung. Es ging zwischen Sträuchern, Ästen und Zig-meter-hohen Abstürzen, Richtung Tal.

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Da sich unter meiner Bindung Schnee verfangen hat, ging diese an den unmöglichsten Stellen immer wieder auf, bis ich es geschafft habe sie wieder zu richten.

Mehr schlecht als recht, jedoch noch bei Tageslicht in der Grawa Alm angekommen, wurden wir schon erwartet und konnten den Tag bei einem erfrischendem Getränk ausklingen lassen.

Wir haben nämlich 19.5km zurückgelegt, einen Gesamtanstieg von ca. 850m, Gesamtabstieg von ca. 2.500m gehabt und waren dabei etwa 7 Stunden unterwegs.

Bart

16. April, 2015

Enthusiastischer Bergsteiger und visionärer Unternehmer der online und offline fein kombiniert.

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